Systemisches Konsensieren


Widerstand ist ein noch nicht erkanntes Anliegen.

 

Die tragfähigste Entscheidung ist diejenige, welche in der Gruppe den geringsten Gesamt-Widerstand erzeugt.

Kennen Sie das?

Eine Gruppe bespricht ein Problem, das sie lösen will. Unterschiedliche Meinungen, Standpunkte werden ausgetauscht und verschiedene Lösungsansätze vorgeschlagen. Jeder Lösungsvorschlag findet Befürworter, trifft aber auch auf Einwände und Widerstände. Die Diskussion wird hitziger, eine Einigung scheint schwierig und die Besprechung zieht sich länger hin als geplant. Schließlich schlägt irgendjemand ungeduldig vor, nun endlich zu einer Entscheidung zu kommen.

 

Um die beste Lösung für die Gruppe zu finden wurden bisher verschiedene Verfahren benutzt: Mehrheitsentscheidungen, Vorzugswahlen oder moderierte Punktewertungen. Die 'Nebenwirkungen' dieser Verfahren können hoch sein: in der Gruppe wird um Mehrheiten gekämpft, eine Trennung zwischen Befürwortern und Gegnern findet statt, und nach der Entscheidung haben wir häufig eine Spaltung zwischen Gewinnern und Verlierern. Verlierer hängt man damit oftmals demotiviert ab. Entscheidungen werden von diesen nicht umgesetzt oder - offen bis verdeckt - sogar blockiert bis torpediert.

 

Um genau das zu verhindern, bemühen sich manche Gruppen um Entscheidungen im Konsens. Doch der Konsensprozess dauert manchmal so lange, dass der Gruppe auf dem Weg dorthin die Luft ausgeht, oder ein Veto verhindert, dass überhaupt eine Entscheidung getroffen wird.

 

Systemisches Konsensieren


Dieser neue Ansatz vermeidet die Nachteile der bisher bekannten Entscheidungsfindung und erweist sich vor allem in Konfliktsituationen als besonders hilfreich.


Die entscheidende Frage lautet: Wie löse ich schnell und nachhaltig Interessenskonflikte, ohne weisungsbefugt zu sein?


Der Name Systemisches Konsensieren weist zum einen darauf hin, dass dieses Vorgehen 'systemisch' wirkt, nämlich in Richtung einer Verhaltensänderung: Vom unfruchtbaren 'Gegeneinander-Kämpfen' zum aufbauenden 'Miteinander-nach-tragfähigen-Lösungen-Suchen'. Zum anderen weist der Name auf das Ziel hin eine Lösung zu finden, die einem 'Konsens' möglichst nahe kommt, jedoch ohne Druck, einen Konsens erreichen zu müssen. Damit können Entscheidungen nicht mehr 'blockiert' werden!

 

Was nützt Ihnen dieses Seminar?

 

Wenn Sie an diesem Seminar teilnehmen und das Gelernte umsetzen, können Sie damit rechnen, dass Sie in Gruppen ...

  • auf einfache, schnelle und für alle nachvollziehbare Weise tragfähige Entscheidungen finden können
  • erfolgreicher und befriedigender Probleme lösen  und Gruppenmitglieder die Lösungen anschließend auch umsetzen.
  • Lösungen finden werden, die einem Konsens so nahe wie möglich kommen - ohne Blockade-Risiko.
  • mehr Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung haben, um Entscheidungen zu treffen.
  • grundsätzlich konstruktiver Probleme besprechen und lösen können.

 

Was lernen Sie in diesem Seminar?


Nach dem Seminar ...

  • sind Sie mit dem Ansatz des Systemischen Konsensierens vertraut und können es situationsgerecht selbst einsetzen.
  • können Sie mit diesem Ansatz Gruppen zu tragfähigen Entscheidungen führen.
  • kennen Sie die wichtigsten Kriterien für einen für alle Beteiligten guten Entscheidungsprozess.
  • haben Sie einen Überblick über verschiedene Verfahren, um in Gruppen Entscheidungen zu treffen. 
  • kennen Sie die Vor- und Nachteile dieser Verfahren, um sie situationsgerecht einsetzen zu können.

Themen und Inhalte

  • Verschiedene Verfahren für Gruppenentscheidungen sowie deren Vor- und Nachteile:
    Mehrheitswahl, Vorzugswahl, Punktewertung, Soziokratie, Konsensentscheidungen, Systemisches Konsensieren
  • Grundlagen und Vorgehen für Systemisches Konsensieren
    - Wie wird der Gruppenwiderstand gemessen?
    - 'Null-Lösung' als Kriterium für tragfähige Lösungen
    - Berechnung des Akzeptanzwertes für eine Lösung
    - Wechsel der Blickrichtung:  'Einwände' in 'Anliegen' übersetzen
  • Vereinfachtes Konsensieren
    für 'einfache' Problemstellungen
  • Schnell-Konsensieren
    systematischer Umgang mit Wortmeldungen und Teilnehmer-Beiträgen
  • Erweitertes Konsensieren
    bei komplexen Problemstellungen - Schritt für Schritt zur Entscheidung in zwei Durchgängen
  • Systemisches Konsensieren
    für Personenwahlen
  • Systemisches Konsensieren
    als Entscheidungs-Vorbereitung in hierarchischen Strukturen